Selbst bei einem All-in-Vertrag darf das Gehalt einer Person jedoch nicht hinter dem tariflichen Mindeststundenlohn in der Branche und ihrer Arbeitsplatzklassifizierung zurückbleiben. Dies bedeutet, dass bei einem vereinbarten “All-in”-Gehalt weiterhin die tatsächliche Anzahl der vom Arbeitnehmer geleisteten Arbeitsstunden berücksichtigt werden muss. Angesichts der neuen Rechtslage wird den Arbeitgebern empfohlen, den Mindesttariflohn als Grundgehalt in den Arbeitsverträgen anzugeben. Dies entspricht dem Gesetz und ermöglicht die Nutzung des maximalen finanziellen Spielraums für die Prüfung. Die Arbeitnehmer genießen nach den neuen Vorschriften mehr Transparenz und erhalten eine klare Untermauerung für die Geltendmachung etwaiger Überstunden, die zusätzlich zur Gesamtzahlung geleistet werden. Diese Ergebnisse entsprechen einer aktuellen Sonderanalyse der Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Verbraucherschutz (BMASK). Die BMASK-Analyse ergab, dass mehr als eine halbe Million abhängigbeschäftigte Arbeitnehmer – etwa ein Fünftel der Vollzeitbeschäftigten – einen “All-in”-Arbeitsvertrag hatten. Darunter sind rund 50.000 Büroangestellte und 60.000 Verkäufer und Restaurantangestellte. Selbst unter ungelernten Arbeitskräften hatte diese Art von Arbeitsverträgen zugenommen. Von den Mindestlohnkontrollen sind nur Vergütungsbestandteile (die “beitragsfrei” nach Section 49 Abs. 3 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) sind) ausgenommen. Darüber hinaus sind auch Vergütungsbestandteile, die nur nach den einzelnen Arbeitsverträgen oder Betriebsvereinbarungen fällig sind, von den Mindestlohnkontrollen ausgenommen. Als Reaktion auf die Umfrageergebnisse forderte gpA-djp, dass “All-in”-Arbeitsverträge nur auf Führungskräfte beschränkt werden.




Sie plant, im ersten Halbjahr 2014 Gesetzesänderungen vorzulegen. Österreichische Frauen haben auch eines der größten geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Laut dem Women in Work Index 2016 von PricewaterhouseCoopers verdienen österreichische Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als österreichische Männer. Das durchschnittliche Monatliche Nettoeinkommen (14-mal) der Arbeitnehmer und Arbeitnehmer in Österreich lag 2016 bei rund 2.570 Euro. In Section 2g AVRAG ist ferner vorgesehen, dass der Arbeitnehmer, wenn in einem All-in-Vertrag kein Grundgehalt angegeben ist, Anspruch auf ein Inlandsgehalt hat, einschließlich der in Branche und Standort üblichen Zusatzzahlungen, wie dies auf vergleichbare Arbeitnehmer zurückzuführen ist, die für vergleichbare Arbeitgeber am Arbeitsplatz arbeiten (“tatsächliches Grundgehalt”).